Yoga Teacher Training – meine Reise zur Yogalehrerin

Starte mit einem weissen Blatt Papier. Habe nicht schon Erwartungen und Vorstellungen was du darauf schreibst. Schau was passiert, lass dich überraschen und tauche tief ein in die Erfahrung.

So oder so ähnlich habe ich den Satz während Yogastunden schon gehört und doch habe ich ihn erst angefangen zu verstehen in meinem Yoga Teacher Training.

Das letzte Wochenende meines Trainings ist zu Ende. Ich bin verdammt stolz, fröhlich und traurig zugleich. Denn ich blicke auf eine unfassbar tolle Zeit zurück. Aber ehrlich gesagt habe ich das Gefühl, dass meine Yoga-Praxis gerade erst begonnen hat.

Aber wie hat alles angefangen? Was waren meine Erfahrungen während des Trainings? Und vor allem was habe ich alles gelernt? Gerne teile ich dazu meine Gedanken mit dir in diesem Blogpost.

Der vermeintlich perfekte Zeitpunkt

Ein Yoga Teacher Training während dem Corona Lockdown zu starten, hat auf jeden Fall seine Herausforderungen. Aber ohne Corona wäre ich vielleicht auch nie auf die Idee gekommen ein Yoga Teacher Training zu machen. Ich habe immer mal wieder Yoga praktiziert, aber als der erste Corona Lockdown kam, ist Yoga zu meinem Anker geworden. Vor allem weil ich Yogalehrer*lehrerinnen in dieser Zeit gefunden habe, die mir Yoga anders nahe gebracht hatten. So, dass Yoga ein kleines Feuer in mir entzündet hat. Und der Drang mehr in diese Wissenschaft des Glücks einzutauchen wurde immer grösser.

Wie es der Zufall will, ist mir auch ein Yoga Teacher Training direkt vor die Füsse gefallen, dass mir sehr zugesagt hat und ich habe meine Bewerbung abgeschickt.

War es der perfekte Zeitpunkt? Keine Ahnung. Ich dachte mir nur jetzt fühlt es sich richtig an. Im Nachhinein fallen mir 100 Gründe ein, warum es ein schlechter Zeitpunkt war. Mir fallen aber auch 101 Gründe ein, warum es perfektes Timing war. Also meldete ich mich für das Programm an, sobald ich über die Warteliste nachgerückt bin.

Yoga on & off the mat

Während ich sehnsüchtig auf den Starttermin Ende Februar wartete, wusste ich ehrlich gesagt nicht, was kommen wird. Vor allem, weil ich zwei (von drei) unsere Hauptlehrerinnen/lehrer noch nie in Echt (offline) getroffen hatte. Ich wusste nur, dass ich die Online Stunden von ihnen liebte. Auch wusste ich, dass ich das Yoga Teacher Training ausgewählt hatte, weil es die Anatomie in den Asanas vertieft. Also stürzte ich mich kopfüber in das Unerwartete.

Der Plan war 4 Module über ein verlängertes Wochenende, plus eine Intensiv Woche. Alles vor Ort im Laufe von 4 Monaten. Dank Corona wurden daraus 5 wundervolle Monate mit Abwechslung zwischen online und offline Modulen. Und auch das war eine wertvolle Erfahrung, dass eben nicht immer alles so läuft wie geplant. Für jemanden wie mich, die das Planen liebt – auf jeden Fall eine kleine Herausforderung.

In den letzten 5 Monaten habe ich dann mehr über Yoga und Anatomie gelernt, als ich für möglich gehalten hätte, aber was vielleicht noch wichtiger ist, ich habe so viel über das Leben gelernt. Was ich meinte, als ich vorhin sagte, dass “meine Yoga-Praxis gerade erst begonnen hat”. Yoga ist für mich so viel mehr geworden als die Praxis der physischen Asanas. Im Yoga Teacher Training ist es mir mehr und mehr bewusst geworden, dass Yoga eine Lebensweise ist, die Wissenschaft des Glücks, wie meine Lehrerinnen immer sagen. Das habe ich bis zu diesem Training nicht verstanden.

Die rosa-rote Yogabubble

Vielleicht war ich in all den Modulen in einer großen rosa-roten Seifenblase. Es tat gut ab und an mal wieder aus dem Alltag auszusteigen. Das Teacher Training hat mir gezeigt, dass es so viel mehr Menschen da draussen gibt, die unterstützend und wertschätzend sind. Die alle eine Passion verbindet, die Liebe zu Yoga. Wir leben tagein tagaus mit unseren Vorurteilen, mit einer gewissen Voreingenommenheit und verpassen dabei so viel. Ja auch ich habe mir am Anfang einen Kopf gemacht, was wenn ich die schlechteste in der Klasse bin. Was wenn alle schon im Unterarmstand stehen, nur ich nicht. Ich denke diese Gedanken sind einfach nur menschlich. Aber über die Zeit ist mein weises Blatt Papier imm wieder weiss geworden.

Ich habe gelernt, einen Schritt zurück zu treten und genauer hinzusehen. Neugierig auf die Erfahrung zu sein. Sicher eingebettet in eine Gruppe, die die gleiche Erfahrung mit mir teilt. Und wenn es eben mal schief geht und glaubt mir es ging vieles schief – rausfallen aus Asanas, blockierter Nacken oder warum klappt diese Krähe immer noch nicht – dann trete ich eben immer wieder einen Schritt zurück. Hole mir ein neues Blatt Papier und fange frisch an. 

Ohne Wegbeschreibung auf die Reise

Im Yoga Teacher Training geht es nicht darum perfekt im Handstand zu stehen. Es geht viel mehr um die Reise dorthin. Ungeschminkt und schwitzend auf der Matte (yep 2 Stunden Praxis bei über 30 Grad) an seine Grenzen zu stossen. Aus dem Halbmond fallen. Mit letzter Kraft das Bein beim Standing Split heben. Oder gefühlt zum 100. mal gefragt zu haben, wie das nochmal mit dem Krieger 1 war. Und trotzdem Abends glücklich und zufrieden ins Bett fallen. Ohne zu zögern sich auf den nächsten Tag zu freuen, ohne zu wissen was kommt. Denn eine vorgefertigte Agenda gab es nicht.

Und das ist der Reiz an einem Yoga Teacher Training. Eine Erfahrung machen. Immer wieder neu, ohne einem vorgefertigtem Gedankenmuster. Einfach nur sein, sich selbst zu spüren. Wundervolle Menschen kennen zu lernen und zu wissen, es ist ok so wie ich bin.

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Meine Ausbildung habe ich übrigens bei Kale & Cake in München gemacht.

 

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