Wie alles begann…

Sehr oft erhalte ich die Frage, warum ich mich eigentlich so sehr für Essen interessiere und wie es sich auf meinen Körper auswirkt. Besonders viele fragen mich, wie ich es geschafft habe, das Essen zu genießen, ohne an mein Gewicht oder meine Körperform zu denken. Um ehrlich zu sein, ich wurde nicht so geboren. Und wie fast jeder von euch hatte auch ich meine Kämpfe mit dem Essen.

Vegetarisch Essen, ist nicht gleich gesund essen

In meiner frühen Kindheit beschloss ich sehr schnell, Vegetarierin zu werden. Vor allem wegen meiner Liebe zu Tieren, nicht weil ich dachte, es wäre gesünder für mich. Ich meine, ich war acht und hatte keine Ahnung von Vitaminen, Mineralien oder was auch immer mit Essen zu tun hatte. Allerdings waren meine Teenager-Jahre vor allem von Fast Food oder sehr stark industriellem Essen geprägt. Es gab eine Zeit, in der mein Mittagessen wie folgt aussah: Joghurt, Corn Flakes, belegt mit Peperoni. Warum Pepperoni? Weil ich dachte, es würde Kalorien verbrennen, da es ja sehr scharf war. Yep, keine wirklich kluge Entscheidung.

So war es keine Überraschung, dass ich viel mit meinem Gewicht und der Form meines Körpers zu kämpfen hatte. Es hat nicht geholfen, dass sich mein superdünner Kinderkörper zu einer Frau entwickelte. Einige meiner Freunde hatten Essstörungen, was mich auch ein wenig beeinflusste, weil ich immer daran dachte, was ich esse und wie ich aussehe. Während meiner Teenagerzeit war ich Vegetarier, aber ansonsten habe ich fast nur Müll gegessen, ohne es besser zu wissen. Kein Wunder, dass mein Körper im Alter von 17 Jahren anfing, mir Zeichen zu geben, dass es so nicht funktioniert.

antibiotika als beste freunde

Mit 17 Jahren bekam ich fast jeden Monat eine Blasenentzündung. Natürlich habe ich sie mit vielen Antibiotika behandelt, wie mir mein Arzt empfiehl. Ich kam nicht auf die Idee, dass es irgendwie mit meinem Essen korrelieren könnte, z.B. viel Zucker zu essen. Nach fast 8 Monaten hat mein Körper resigniert und die Antibiotika haben nicht mehr funktioniert.

Das Ende der Geschichte war, dass ich mit einer Nierenbeckeninfektion im Krankenhaus bleiben musste. Die Ärzte brauchten mehrere Wochen, um ein Antibiotikum zu finden, das funktionierte und mir half, die Bakterien in meinen Nieren loszuwerden. Um das noch zu übertreffen, bekam ich eine Blinddarmentzündung und musste operiert werden. So verbrachte ich einige Monate im Krankenhaus, mein Körper fühlte sich schwach, ganz geschweige denn von meiner Seele, oh und ich war mitten in der Vorbereitung auf mein Abitur. Natürlich habe ich mir meine 17, 18 Jahre etwas anders vorgestellt.

Zum Glück hatte ich meine Mama. Sie wusste, dass etwas nicht stimmte.  Also gingen wir zu einem Arzt, der sich auf Naturheilkunde spezialisierte. Er erklärte mir, was tatsächlich in meinem Körper geschehen ist und dass mein gesamtes Immunsystem aufgrund der zahlreichen Antibiotika-Einnahme und der ungesunden Ernährung zusammenbrach. Mein Darm war löchrig und dadurch habe ich mehrere Nahrungsmittelallergien entwickelt.  Er gab mir eine bestimmte Diät mit der Berücksichtung auf meine Allergien.

Meine Mama und ich gingen frustriert aus dem Termin und dachten darüber nach, was ich jetzt eigentlich noch essen kann. Wir gingen zu einem der damals eher wenigen Bio-Supermärkte und fanden fast nichts, außer frischem Gemüse und Obst. Mit Hilfe des Arztes begann ich, eine ganz andere Beziehung mit der Nahrung, die ich esse, zu entwickeln und lernte, wie sie sich auf meinen Körper auswirkte. Dadurch konnte ich mich wieder erholen und mich gesund fühlen. Leider hatte ich meine Lektion immer noch nicht verstanden.

der rückfall

Nach circa 2 Jahre fiel ich wieder in meine alten Ernährungsgewohnheiten zurück – ok, ich hatte mehr gesundes Zeug auf dem Teller, z.B. einen Apfel pro Tag :). Damals hatte ich ein Austauschsemester in der Schweiz und es gelang mir, jeden Tag eine halbe Tafel Schokolade zu essen. Nun, ich meine Schweizer Schokolade – wer könnte da widerstehen. Abgesehen davon plante ich mein Essen sehr detailliert (Proteine am Abend, keine Kohlenhydrate (außer der Schokolade) usw.) und wenn etwas von diesem Essensplan abwich, geriet ich sofort in Panik und kontrollierte mein Gewicht penibelst. Ich wollte einfach auch schlank und sexy sein. Daher bin ich so ziemlich jedem Diät Trend aufgesessen. Nicht wirklich eine gesunde Beziehung zu meinem Körper und meiner Nahrung.

Also, musste mir mein Körper natürlich wieder Signale geben und diesmal waren es Nasennebenhöhlenentzündungen. Was ich…. ja, mit Antibiotika behandelt habe. Und ich hatte das Gefühl, dass sich mein Körper wieder schwächer und schwächer anfühlte. Dennoch habe ich dieses Spielchen ein paar Jahre mitgespielt. Irgendwann merkte ich aber, dass mein Körper nicht mehr gut auf bestimmte Nahrungsmittel reagierte, ich bekam zudem noch Hautausschläge, Bauchkrämpfe etc. Also ging ich wieder zu einem Arzt, um zu überprüfen, was tatsächlich passiert, und dort habe ich ein klares Zeichen bekommen, das mich zum Nachdenken gebracht hat. Meine Liste der Nahrungsmittelallergien wurde immer länger. Das bedeutete, dass ich aufhören musste, so zu leben und anfangen darüber nachzudenken, was ich mit meiner Gesundheit und meinem Körper eigentlich mache.

meine neue erfahrung mit nahrungsmitteln

Zu dieser Zeit lernte ich zum Glück bereits meinen Mann und seine Familie kennen, die bereits viel über gesunde Ernährung wussten und mich während der gesamten Umstellung unterstützen konnten. Jetzt lebe ich schon seit einigen Jahren damit und kann sagen, dass ich mich stärker und gesünder fühle als je zuvor. Obwohl ich jeden Tag etwas Neues über Lebensmittel und ihre Wirkung entdecke und ich bin sehr gespannt, was ich in Zukunft noch entdecken werde.

Leider sind meine Nahrungsmittelallergien immer noch da und ich muss mich vielleicht mein ganzes Leben lang mit ihnen beschäftigen, aber das bedeutet nur, dass ich meine Nahrung noch besser kennen muss, um sicherzustellen, dass ich alle Nährstoffe bekomme, die ich brauche. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich immer gesund esse und dass ich nie daran denke, dass vielleicht 2 Pfund weniger auf der Waage besser aussehen würden. Aber alles in allem habe ich gelernt, dass es viel zu wichtig ist, gutes, frisches, regionales Essen zu genießen und dass sich dein Körper dann automatisch zu einem starken, gesunden entwickelt.

Mir ist es wichtig diese Botschaft hinaus zu tragen und andere Menschen davor zu bewahren die gleiche Erfahrung zu machen, wie ich sie leider machen musste.

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