Warum es kein gutes Palmöl gibt

Palmöl ist überall. In unserem Essen, in unserer Kosmetik, in der Pizza aus dem Supermarkt, in den Kerzen uvm. Tatsächlich verbrauchen wir derzeit 60 Millionen Tonnen Palmöl pro Jahr. Damit ist Palmöl das am häufigsten verwendete und zugleich billigste pflanzliche Fett. Es spricht fast jeder über Palmöl. Aber nur wenige wissen tatsächlich, was dahinter steckt und warum es eines der führenden Produkte ist, das unseren Planeten zerstört.

„Wir sollten aufhören, Nutella zu essen, zum Beispiel, weil es aus Palmöl hergestellt wird“, sagte die französische Umweltministerin Ségolène Royal im Jahr 2015. Damit stiess sie eine Diskussion über Palmöl an und ob wir es mit gutem Gewissen essen können oder nicht. Leider entschuldigte sich Royal danach für diesen Satz. Die öffentliche Aufmerksamkeit wurde weniger. Der Palmölverbrauch allerdings nicht. Er hat sich in den letzten zwanzig Jahren mehr als verdoppelt. Es sieht auch nicht so aus, als würden wir damit aufhören es zu konsumieren. Aber warum ist es ein so kritischer Bestandteil unserer alltäglichen Produkte?

Der einfluss auf unseren Planeten & unser klima

Palmölplantagen werden auf Regenwaldboden gebaut. Häufig auf einem Torfmoorboden. Diese bis zu 8000 Jahre alten Regenwälder speichern bis zu 6.000 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar. Dies ist 50 mal so viel wie ein Regenwald ohne Torfmoor. Wird der Torfmoorwald für die Ölpalmen zerstört, zerfällt oder verbrennt der ausgetrocknete Torf. So entweichen riesige Mengen des Treibhausgases CO2 in die Luft. Dadurch wurden beispielsweise bei Torfbränden allein in Indonesien im Jahr 2006 bis zu 900 Millionen Tonnen Kohlendioxid freigesetzt. Das ist mehr als die Summe aller CO2-Emissionen Deutschlands im selben Jahr.

tiere sterben

Indonesien ist der weltweit grösste Produzent von Palmöl. Die Hälfte des Öls kommt von hier. Leider gehören auch die Regenwälder Indonesiens zu den wichtigsten in unserer Welt. Sie sind zum Beispiel die Heimat von rund 15% unserer Pflanzen und Tiere. Aber dieser Lebensraum wird durch Abholzung und Brände zerstört. Dadurch wird mehr Platz für die Palmölplantagen geschaffen. Im Jahr 1990 waren noch zwei Drittel der Insel mit Wald bedeckt. 2015 war sie nur noch bis zur Hälfte bedeckt. Palmölplantagen brauchen Platz und die 60 Millionen Tonnen Palmöl müssen von irgendwo herkommen. Das berühmteste Opfer ist wahrscheinlich der Orang-Utan. Aber auch andere Tiere (wie Tiger und andere Affen) verlieren ihren Lebensraum. Neben der Zerstörung ihres Lebensraums sind die bedrohten Arten noch einer weiteren Bedrohung ausgesetzt. Orang-Utans, die die Palmfrüchte in Plantagen schädigen, können gejagt und getötet werden. 

menschen werden ausgenommen

Im Jahr 2016 dokumentierte Amnesty die Arbeitsbedingungen auf Palmölplantagen in Indonesien im Bericht „The Great Palm Oil Scandal – Labour Abuses Behind Big Brand Names„. Hier werden Zwangs- und Kinderarbeit, Diskriminierung von Frauen sowie ausbeuterische und gefährliche Arbeitspraktiken, die die Gesundheit der Arbeitnehmer gefährden, beschrieben. Dies sind leider keine Einzelfälle, sondern systematische Geschäftspraktiken.

warum nachhaltiges palmöl ebenso problematisch ist

Es gibt kein Palmöl, das man als nachhaltig bezeichnen kann.  Produkte, die RSPO-zertifiziertes Palmöl enthalten, werden oft als nachhaltig eingestuft. Der Roundtable für nachhaltige Entwicklung Palmöls (RSPO) ist ein weltweites Zertifizierungssystem. Ca. 20% des Palmöls sind nach deren Richtlinien zertifiziert. Die RSPO wurde 2004 von Unilever gegründet. Die Kriterien und Standards der RSPO sind jedoch leider auf einem niedrigen Niveau und auf freiwilliger Basis. So ist beispielsweise die Verwendung von Torfböden nicht verboten. Die Abholzung ist erlaubt. Es kann kein nachhaltiges Palmöl in solch wachsenden Mengen geben, wie oben beschrieben.

was du tun kannst

Für mich ist die einzig wahre Konsequenz daraus einfach kein Palmöl mehr zu verwenden. Aber das ist vermutlich etwas leichter gesagt als getan. In der Regel ist Palmöl auf der Zutatenliste eindeutig gekennzeichnet und erkennbar. Allerdings nur bei Lebensmitteln. Das Problem liegt im Bereich der Kosmetika und Waschmittel. Da gibt es keine Meldepflicht. Hierfür habe ich zwei Tipps für euch:

  • Verwendet die App „CodeCheck„. Mit dieser könnt ihr die Produkte direkt scannen. Die App zeigt euch dann an ob das Produkt Palmöl enthält oder nicht
  • Checke die Zutatenliste. Halte Ausschau nach Zutaten wie: Palmöl, Palmfett, Glycerin, Lauroyl, oder Stereate

Falls du mehr Ideen hast, kannst du mir gerne einen Kommentar da lassen. Ich freue mich darauf 🙂

Zum Schluss bleibt mir nur noch danke zu sagen. Danke dafür, dass du dir die Zeit genommen hast dich über dieses Thema zu informieren. Ich bin davon überzeugt, wenn jeder nur ein kleines bisschen etwas verändert oder versucht besser zu machen, dann können wir in der grossen Masse viel erreichen.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.